Koreanisch in 33 Tagen #6: Koreanisches Alphabet (3/3) – Geschichte des Hangeul

IMG_2305Heute habe ich nicht nur Flashcards mit der zweiten Hälfte der wichtigsten koreanischen Silben geschrieben, ich habe mich auch ins National Hangeul Museum aufgemacht, um mehr über die koreanische Schrift zu erfahren.

Vorab zeigt, das Hangeul Museum, wie die koreanische Schrift entstanden ist. sie soll im Dezember 1443/Januar 1444 von Sejong dem Grossen, dem 4. König der Joseon-Dynastie entwickelt worden sein. Das älteste Dokument, ein Leitfaden zur Schrift namens „Hunminjeongeum Haeryebon“, datiert aus dem Jahr 1446. Dazu werden auch Exponate gezeigt, die von der raschen Verbreitung des Hangeul Zeugnis ablegen. Weil die Schrift so leicht zu erlernen ist, war sie nicht den Gelehrten vorbehalten (wie die chinesische Schrift oder das lateinische Alphabet bis ins 19. Jahrhundert), auch die einfache Bevölkerung – notabene auch Frauen – konnte so lesen und schreiben lernen. Man kann sich kaum ausmalen, welches kreative Potential durch eine solche Schrift freigesetzt wurde – zumal auch der Buchdruck mit beweglichen Lettern in Südkorea mutmasslich bereits im 11. Jahrhundert erfunden wurde (das älteste anerkanntermassen mit Metalllettern gedruckte Werk, „Jikjii“, stammt aus dem Jahr 1377).

Hangeul war im 19. und 20. Jahrhundert eine Waffe, um die Einflussversuche Chinas (Korea wurde von der Qing-Dynastie als Tributstaat behandelt) und Japans abzuwehren. So erschien ab 1896 erstmals eine unabhängige Tageszeitung in koreanischer Schrift (독립신문), welche allerdings dem Druck der Regierung zum Opfer fiel und 1899 eingestellt wurde.

Selbstredend wurde das Hangeul auch unter der Kolonialherrschaft der Japaner ab 1910 unterdrückt bzw. schliesslich ganz verboten, so dass es erst nach der Unabhängigkeit Koreas 1946 eine neue Blüte erlebte.

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